Waldgebiet des Jahres

Im zehnten Jahr der Ausrufung des Waldgebietes des Jahres durch den Bund Deutscher Forstleute (BDF) wird die Auszeichnung für die „Ivenacker Eichen“ in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der Corona-Beschränkungen von 2020 auf 2021 verlängert.

Das Waldgebiet der Ivenacker Eichen umfasst eine Fläche von 164 ha und verkörpert in besonderer Weise die im Mittelalter vorherrschende Wirtschaftsform der Waldweide. Vergleichbare Hutewälder hinsichtlich der Flächengröße, Ausstattung und Struktur sind in Deutschland in dieser Qualität sehr selten. Die Waldweide (Hutung) prägte über Jahrhunderte maßgeblich die Kultur, die Traditionen und Bräuche der Menschen und konnte in Ivenack über Jahrhunderte weitestgehend erhalten werden. Die Einrichtungen und Angebote der Ivenacker Eichen sind darauf ausgerichtet, den Besuchern diese kulturhistorische Bedeutung zu veranschaulichen.

Im Waldgebiet der Ivenacker Eichen befinden sich rund 240 Starkbäume, überwiegend Eichen, mit einem Brusthöhendurchmesser von mehr als einem Meter. Das genaue Alter der fünf stärksten Eichen, mit Umfängen von acht bis über elf Metern, kann nicht genau ermittelt werden. Der Grund: Diese Eichen sind hohl und entbehren somit wichtiger Wuchsmermale. Aus den vorhandenen Jahrringmessungen kann aber geschlussfolgert werden, dass ein Alter von bis zu 1000 Jahren als möglich erscheint. Die mächtigste der alten Eichen gilt mit 140 Kubikmetern als volumenreichste Eiche in Europa.

Die Ivenacker Eichen gehören zu den ältesten Bäumen Deutschlands. Alleine deshalb besitzen sie eine besondere Symbolkraft für Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur.

Das Waldgebiet des Jahres wird seit 2012 vom Bund Deutscher Forstleute ausgerufen. 2012 wurden der Meulenwald an der Mosel, 2013 der südniedersächsische Solling und 2014 der Schönbuch bei Tübingen ausgezeichnet. Es folgten 2015 der Berliner Grunewald, dann 2016 der Usedomer Küstenwald. 2017 wurde dem Frankenwald in Oberfranken und 2018 dem Wermsdorfer Wald zwischen Dresden und Leipzig die Ehre zuteil. Auf die Urbanen Wälder Rhein/Ruhr im bevölkerungsreichen Ruhrgebiet im Jahr 2019 folgten 2020 die Ivenacker Eichen. Wegen der Corona-Einschränkungen entschloss sich die Jury, die Auszeichnung auch für 2021 aufrecht zu erhalten.

Zur Pressemitteilung (Bund Deutscher Forstleute)