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SCHMETTERLING DES JAHRES 2026 – DER DUNKLE WIESENKNOPF-AMEISENBLÄULING

Der Dunkle Wiesenknopf Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) ist der Schmetterling des Jahres 2026 und zählt zu den faszinierendsten, aber auch anspruchsvollsten Bewohnern unserer Kulturlandschaften. Mit seinen dunkel schimmernden Flügeln und seiner hochspezialisierten Lebensweise ist er ein Paradebeispiel dafür, wie eng Pflanzen, Insekten und Lebensräume miteinander verknüpft sind.

Lebensraum und außergewöhnlicher Lebenszyklus

Der Dunkle Wiesenknopf Ameisenbläuling ist vollständig auf den Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) angewiesen (s. Foto). Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an dessen Blütenköpfchen ab. Nach dem Schlüpfen fressen die Raupen zunächst das Innere der Blüte, bevor sie sich auf den Boden fallen lassen – und hier beginnt der spektakulärste Teil ihres Lebens: Die Raupen werden von Knotenameisen aufgespürt und in ihren Bau getragen, die sie aufgrund chemischer Signale für ihre eigene Larven halten. Im Ameisennest leben sie als „Kuckucksraupen“ weiter und ernähren sich von der Ameisenbrut. Erst im folgenden Sommer verlassen sie das Nest als fertige Schmetterlinge. Diese komplexe Abhängigkeit macht die Art extrem empfindlich gegenüber Veränderungen in ihrem Lebensraum.

Bedeutung und Schutz

Der Dunkle Wiesenknopf Ameisenbläuling gilt in vielen Bundesländern als gefährdet, da seine Lebensräume zunehmend verschwinden. Entwässerung, intensive Landwirtschaft, zu frühe oder zu häufige Mahd sowie der Rückgang des Großen Wiesenknopfs und der Knotenameisen setzen ihm stark zu. Die Wahl zum Schmetterling des Jahres 2026 soll daher auf die Bedeutung extensiv bewirtschafteter Feuchtwiesen, angepasster Mahdtermine und vernetzter Lebensräume aufmerksam machen. Wer diesem seltenen Bläuling begegnet, sieht nicht nur einen schönen Falter, sondern ein Symbol für die hochfiligranen ökologischen Beziehungen, die unsere Landschaft prägen.

Quelle: BUND NRW