„Wälder und Wirtschaft“ ist das Motto zum Tag des Waldes 2026
Zum Internationalen Tag des Waldes 2026 rückt die FAO ein Thema in den Fokus, das aktueller kaum sein könnte: „Wälder und Wirtschaft“. Lange Zeit primär als Lieferant für Holz betrachtet, erkennen wir heute, dass der Wald das Fundament für eine nachhaltige, globale Bioökonomie bildet. Er sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern schützt Werte in Billionenhöhe.
Unter dem Motto „Wälder und Wirtschaft“ (engl. „Forests and economies“) feiern wir in diesem Jahr die essenzielle Rolle, die Waldökosysteme bei der Förderung des weltweiten wirtschaftlichen Wohlstands spielen. Dabei geht die Bedeutung der Wälder weit über die bloße Erzeugung von Einkommen und Arbeitsplätzen in der Forstwirtschaft hinaus. Wälder sind das Fundament für eine nachhaltige Entwicklung, indem sie die Produktivität in strukturschwachen Gegenden steigern, gesunde Wassereinzugsgebiete sichern und als unverzichtbare Grundlage für die bäuerliche Landwirtschaft dienen.
Ein Billionen-Markt aus der Natur
Die wirtschaftliche Kraft der Wälder lässt sich eindrucksvoll in Zahlen fassen. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts – etwa 44 Billionen US-Dollar oder rund 37 Billionen Euro – direkt oder indirekt von der Natur und damit maßgeblich von intakten Wäldern abhängt. Von der Bereitstellung sauberer Trinkwasserressourcen bis hin zum Schutz der Böden und der Regulierung des Klimas leisten Wälder Ökosystemdienstleistungen, die für moderne Volkswirtschaften unbezahlbar sind. Sie fungieren als natürlicher Schutzschild gegen klimabedingte Katastrophen, deren Folgeschäden ohne den Rückhalt intakter Forste jährlich Milliardenkosten verursachen würden.
Die Bioökonomie als Schlüssel zur Zukunft
Im Zuge des globalen Wandels hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie nehmen Wälder eine zentrale strategische Rolle ein. Forstprodukte bieten innovative, naturbasierte Lösungen, um kohlenstoffintensive Materialien wie Stahl, Beton oder Kunststoffe zu ersetzen. Daran arbeiten Initiativen wie das Cluster Forst und Holz Bayern, die zur tieferen Information die Broschüren „Holzbasierte Bioökonomie“ und „Holzbasierte Bioraffinerie“ anbieten. Holz und Bambus entwickeln sich dabei zu den Baustoffen der Moderne, die nicht nur die CO2-Bilanz verbessern, sondern auch völlig neue Wertschöpfungsketten in der Industrie schaffen. Die FAO gibt rund vier Milliarden Kubikmetern Holz als jährlich weltweit produzierte Menge an. Damit ist die Nachfrage nach forstwirtschaftlichen Erzeugnissen auf einem historischen Höchststand angelangt. Es wird erwartet, dass dieser Bedarf bis zum Jahr 2050 um eine weitere Milliarde Kubikmeter industrielles Rundholz ansteigen wird, während die Weltgemeinschaft den Übergang zu erneuerbaren Ressourcen forciert.

Laut Ergebnissen der Bundeswaldinventur werden in Deutschland pro Jahr rund 70 Mio. m3 Holz geerntet. Dabei liegt der sogenannte Kaskadenfaktor in Deutschland bei rund 2,1 – aus einem Kubikmeter Rohholz werden also durch Wiederverwertung und Recycling etwa 2,1 Kubikmeter Holzprodukte generiert (Quelle: FNR).
Wälder sind Lebensgrundlage für Milliarden Menschen
Jenseits der großen Industriemärkte sichern Wälder das tägliche Überleben und das Wohlbefinden von Milliarden von Menschen. Nicht-Holz-Waldprodukte wie Lebensmittel, Heilpflanzen, Harze und Futtermittel bilden einen Markt, der bereits heute weltweit einen Wert von fast zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr darstellt. Für schätzungsweise 5,8 Milliarden Menschen weltweit sind diese Ressourcen essenziell für ihren Lebensunterhalt. Zudem bleibt Holz ein unverzichtbarer Energieträger. Über zwei Milliarden Menschen nutzen Brennholz oder Holzkohle zum Kochen und Heizen, während moderne Holzpellets im industriellen Maßstab eine effiziente und klimafreundliche Energie- und Wärmegewinnung ermöglichen.

Was bringen Investitionen in den Waldschutz?
Die Förderung gesunder Wälder ist gleichbedeutend mit der Förderung vitaler Lebensgemeinschaften. Vor allem im ländlichen Raum bilden sie das wirtschaftliche Rückgrat und stabilisieren durch ihre kühlende Wirkung und Bodenbefestigung die gesamte Region. Es wird immer deutlicher, dass sich Investitionen in den Waldschutz, die Wiederherstellung degradierter Flächen und eine nachhaltige Nutzung langfristig auszahlen. Der Verlust von Waldflächen hingegen kommt die Gesellschaft teuer zu stehen, da Bodenerosion, Überschwemmungen und der Verlust an Produktivität die kurzfristigen Gewinne aus Waldrodungen bei weitem übersteigen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Wäldern sichert somit eine stabile Wirtschaft für heutige und zukünftige Generationen gleichermaßen.

Zertifizierung von Wäldern sichert deren Erhalt
Am weitesten verbreitet in Wäldern, die unter menschlichem Schutz stehen, ist die Zertifizierung nach dem PEFC-Waldstandard. Holz- und Papierprodukte aus diesen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern dürfen das PEFC-Siegel tragen. Die Anforderungen von PEFC umfassen dabei ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte. Im ‚PEFC-Benchmark-Standard‘ von PEFC International werden etwa die Interessen von Angehörigen indigener Völker ausdrücklich und gleichberechtigt neben denen von Arbeitern und anderen Interessenvertretern genannt.

Quelle: https://www.fao.org/international-day-of-forests/en/
Informationen zu den Mottos der Vorjahre:




