Warum viele beliebte Zierpflanzen für heimische Ökosysteme problematisch sind und was Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer zum Schutz des Waldes beitragen können.
Der eigene Garten ist für viele Menschen ein Ort der Erholung und der Artenvielfalt. Was jedoch im Beet wächst, kann auch Auswirkungen auf die Natur vor unserer Haustür haben. Denn Pflanzen kennen keine Grundstücksgrenzen.
Besonders problematisch sind sogenannte Neophyten. Dabei handelt es sich um Pflanzenarten, die ursprünglich nicht in Mitteleuropa heimisch sind und durch den Menschen eingeführt wurden. Viele von ihnen sind als attraktive Zierpflanzen beliebt. Einige Arten breiten sich jedoch stark aus, gelangen in Wälder und andere natürliche Lebensräume und verdrängen dort heimische Pflanzenarten.
Eine Herausforderung für den Wald der Zukunft
Die Ausbreitung invasiver Neophyten kann erhebliche Folgen haben: Sie nehmen einheimischen Pflanzen Licht, Wasser und Nährstoffe weg, beeinträchtigen die Artenvielfalt und erschweren die natürliche Verjüngung von Wäldern. Gerade in Zeiten des Waldumbaus hin zu widerstandsfähigen und klimastabilen Mischwäldern stellt dies eine zusätzliche Herausforderung dar.
Für Waldbesitzende und Forstleute bedeutet dies zusätzlichen Aufwand, um die Ausbreitung problematischer Arten einzudämmen und die Entwicklung standortgerechter Waldgesellschaften zu fördern.
Beispiele für Arten, die besonders große Probleme bereiten:
- Drüsiges Springkraut: Die schnellwüchsige Pflanze erreicht Höhen von bis zu zwei Metern und verdrängt durch ihre dichten Bestände andere Arten.
- Japanischer Staudenknöterich: Seine kräftigen Wurzeln breiten sich aggressiv aus und können sogar Mauern oder Uferbefestigungen beschädigen.
- Spätblühende Traubenkirsche: Sie bildet dichte Dickichte im Unterholz und erschwert die Entwicklung heimischer Pflanzen und junger Bäume.
- Riesenbärenklau (Herkulesstaude): Die imposante Pflanze verdrängt heimische Arten und birgt zugleich gesundheitliche Risiken für den Menschen.
Riesenbärenklau: Schön anzusehen, aber gefährlich
Der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Zier- und Bienenpflanze nach Europa gebracht. Heute gilt er als invasive Art, die sich vielerorts unkontrolliert ausbreitet.
Besonders problematisch ist sein Pflanzensaft: Er enthält sogenannte Furanocumarine, die bei Hautkontakt in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Hautreizungen, Blasenbildungen und Verbrennungen verursachen können. Deshalb sollte beim Umgang mit der Pflanze stets geeignete Schutzkleidung getragen werden.
Mehr über Giftpflanzen, die Waldfreundinnen und Waldfreunde kennen sollten, gibt es auf der Themenseite Giftige Schönheiten.
Was jeder beitragen kann
Wer seinen Garten naturnah gestalten möchte, sollte bevorzugt heimische Stauden, Sträucher und Gehölze pflanzen. Ebenso wichtig ist es, Gartenabfälle niemals im Wald oder in der freien Landschaft zu entsorgen. Über Grünschnitt und Gartenabfälle gelangen invasive Pflanzenarten immer wieder in sensible Ökosysteme.
So können auch kleine Entscheidungen im eigenen Garten dazu beitragen, heimische Arten zu schützen und die Entwicklung klimaresilienter Wälder zu unterstützen.
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