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PILZ DES JAHRES 2026 – DER IGELSTACHELBART

Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus) ist der Pilz des Jahres 2026 und zählt zu den faszinierendsten Erscheinungen unserer heimischen Wälder. Mit seinen langen, herabhängenden Stacheln wirkt er fast wie ein weißer Wasserfall, der aus dem Stamm alter Buchen fließt. Dieser seltene Baumpilz wächst vor allem in strukturreichen Laubwäldern Deutschlands. Sein Vorkommen gilt als Zeichen für naturnahe Waldentwicklung und einen hohen Anteil an Totholz, denn genau darauf ist er zur Entfaltung angewiesen. Auch bekannt ist er unter Yamabushitake, Löwenmähne, Pom-Pom blanc oder Affenkopfpilz.

Lebensraum, ökologische Bedeutung und Nutzung

Der Igelstachelbart besiedelt bevorzugt verletzte oder abgestorbene Buchen, seltener Eichen oder andere Laubhölzer. Da er auf altes, morsches Holz angewiesen ist, findet man ihn fast ausschließlich in Wäldern, die über viele Jahrzehnte hinweg ungestört bestehen konnten. Damit ist er ein wertvoller Indikator für ökologisch hochwertige Waldstrukturen. Sein Auftreten zeigt, dass ein Wald genügend Totholz, Habitatbäume und natürliche Entwicklungsphasen aufweist – Faktoren, die für zahlreiche Tier und Pflanzenarten entscheidend sind. In Zeiten intensiver Forstwirtschaft erinnert der Igelstachelbart daran, wie wichtig es ist, alte Bäume zu erhalten und natürliche Prozesse zuzulassen.
Aufgrund seines feinen Aromas ist der Pilz zudem ein geschätzter Speisepilz und findet seit Jahrhunderten Anwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Gefährdung und Schutz

Trotz seines markanten Aussehens bekommt man den Igelstachelbart nur selten zu Gesicht. In vielen Bundesländern steht er auf der Roten Liste, da alte Buchenwälder und natürliche Totholzstrukturen zunehmend verschwinden. Die Wahl zum Pilz des Jahres 2026 soll daher das Bewusstsein für den Schutz naturnaher Wälder stärken. Wer den Igelstachelbart entdeckt, blickt auf ein seltenes Naturphänomen – und auf ein lebendiges Beispiel dafür, wie eng Waldgeschichte, Artenvielfalt und nachhaltige Waldpflege miteinander verbunden sind.

Quelle: DGfM

Bild: Detlef Schönfeld, DGfM