Was tun die Deutschen im und für den Wald?

Onlinebefragung vom SINUS-Institut in Kooperation mit YouGov 2021

Wie gerne halten sich die Deutschen im Wald auf, und was machen sie dort am liebsten? Diese Fragen waren Teil einer SINUS-Studie zum Internationalen Tag des Waldes 2021 in Kooperation mit YouGov.

Die Auswertung von über 2.000 Antworten ergab: Deutschen lieben ihren Wald, denn fast die ganze Bevölkerung (87%) verbringt dort gerne ihre Zeit. 72% besuchen ihn mindestens vierteljährlich, 28% monatlich und 29% gehen sogar einmal oder mehrmals wöchentlich in den Wald.

Die mit Abstand beliebteste Aktivität der regelmäßigen Waldbesucher ist „Spazieren / Wandern gehen“ (81%), gefolgt von „Die Natur genießen / Waldbaden“ (49%) und „Tiere beobachten“ (28%). Auf dem vierten Platz folgt bereits mit Abstand „Fahrrad / Mountainbike fahren“ (15%). Mit 11% liegt das Joggen hinter dem Erkunden und Sammeln von Pflanzen und Früchten (13%) und etwa gleichauf mit „Historische Stätten besichtigen“ (ebenfalls 11%). Dieser Punkt deutet bereits an, dass die Deutschen im Wald wissbegierig sind: 77% der 2.038 Befragten zwischen 18 und 69 Jahren würden mehr Lehr- und Lernangebote (z.B. Führungen, Lerntafeln oder Lehrpfade) begrüßen.

Deutsche sind kaum im Waldschutz aktiv

Bei aller Liebe für den Wald und trotz eines hohen Problembewusstseins für den schlechten Zustands des Waldes betreiben die Deutschen kaum selbst aktiven Waldschutz. Sie „scheinen sich eher auf den Forderungen an die Politik auszuruhen“, lautet die Deutung der Sozialforscher. Bisher haben nur 17% der Befragten durch den Kauf bestimmter Produkte Unternehmen oder Organisationen unterstützt, die sich – wie etwa PEFC – für den Waldschutz einsetzen. 12% haben für den Waldschutz gespendet und 6% haben den Waldschutz durch aktive Mitarbeit vorangetrieben. Gleichwohl haben sich 57% der Deutschen überhaupt noch nicht für den Schutz der Wälder durch den Kauf von Produkten, Spenden oder persönliche Mitarbeit eingesetzt.

„Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass der Wald den Deutschen wichtig ist und sie ihn als Erholungsraum schätzen. Gleichzeitig sehen sie Waldschutz aber nicht in ihrer persönlichen Verantwortung und delegieren diese weg. Hier ist mehr ökologische Aufklärung von Nöten, um das Verantwortungsbewusstsein zu schärfen und den Beitrag des Einzelnen greifbar zu machen“, folgert Philipp Schneider, Head of Marketing DACH bei YouGov.

Die repräsentative Online-Studie des SINUS-Instituts wurde in Kooperation mit der Data & Analytics Group YouGov im Februar 2021 auf eigene Initiative durchgeführt.

www.sinus-institut.de