Wie alt ist eigentlich unser Wald?

Nach dem Ende der letzten Eiszeit um 9.650 Jahre v. Chr. erwärmte sich das Klima wieder. Pflanzen und auch Bäume kehrten zurück nach Mitteleuropa. Sönke Hartz vom Museum für Archäologie Schloss Gottorf erklärt zur Waldentstehung:

Der früheste Abschnitt der Nacheiszeit wird vegetationsgeschichtlich als Präboreal bezeichnet und ist anfangs durch die erneute Ausbreitung von Nadelhölzern wie dem Wacholder gekennzeichnet, der durch einen lichten Kiefernwald und Birkenwald abgelöst wurde.

Quelle: Rüdiger Kelm (Hg.): Steinzeit in Schleswig-Holstein – Eine historische Landeskunde, Husum 2019 (Husum Druck- und Verlagsgesellschaft), S. 26 ff.

Somit gehen unsere heutigen Wälder auf eine Zeit vor etwa 12.000 Jahren zurück. Als wichtigste Baumarten der frühen Nacheiszeit gelten:

Birke, Eibe, Eiche, Erle, Esche, Hasel, Kiefer, Linde, Stechpalme (Ilex) und Ulme.

Begleitet wurden sie von Pflanzen wie Efeu, Mistel und Schilf. Nach dem Rückgang des Eises siedelten sich hierzulande wieder Tiere aus dem Süden Europas an, während die großen Rentierherden nach Norden auswichen. Frühe Bewohner sind Auerochse, Biber, Dachs, Elch, Fuchs, Luchs, Marder, Otter, Reh, Rothirsch, Wildschwein, Wolf sowie Ente, Flußbarsch und Hecht. Sie dienten zugleich als Ernährungsgrundlage der Menschen.

Zwei Pionierwaldarten: Oben ein lichter Kiefernwald in einer Moorlandschaft, unten ein Birkenwald. Fotos: KOLLAXO